Verzeichnis
Plattformen
Alle Plattformen im Überblick – geprüft und kuratiert.
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Microsoft Advertising
Microsoft Advertising, früher Bing Ads, ist die Werbeplattform für das Suchnetzwerk von Bing sowie für Partner wie Yahoo, DuckDuckGo und Ecosia, Anzeigen erscheinen auch in Edge und der Windows-Suche, und der KI-Assistent Copilot greift auf den Bing-Index zurück. Der Marktanteil ist deutlich kleiner als bei Google, im DACH-Raum liegt Bing auf dem Desktop bei rund 15 Prozent. Die Nutzerschaft ist tendenziell älter, kaufkräftiger und stark im Büroumfeld vertreten, daher eignet sich der Kanal für B2B-Themen und als Ergänzung zu Google. Es gibt Text-, Shopping- und Dynamic-Kampagnen sowie Retargeting, bestehende Google-Ads-Kampagnen lassen sich importieren. Nur bei Microsoft Advertising ist eine Zielgruppenausrichtung auf Basis von LinkedIn-Profildaten möglich. Abgerechnet wird überwiegend per Klick nach dem Auktionsprinzip, in manchen Branchen liegen die Klickpreise laut Agenturen 30 bis 60 Prozent unter Google. Die Ausrichtung ist international, das Sortiment offen, adressiert werden Endkunden (B2C) und Geschäftskunden (B2B).
CHECK24 Shopping
CHECK24 ist Deutschlands größtes Vergleichsportal und betreibt seit 2012 mit CHECK24 Shopping einen eigenen Marktplatz, auf dem Händler Produkte direkt an CHECK24 Kunden verkaufen. Laut Eigenangabe hat CHECK24 über 15 Millionen Kunden, für den Möbelmarktplatz wird eine Reichweite von bis zu 20 Millionen genannt. Das Sortiment umfasst Elektronik, Haushalt, Freizeit, Möbel und Reifen, dazu kommen Fashion mit Schuhen und Bekleidung sowie Home and Living. Die Ausrichtung ist national auf Deutschland, verkauft wird an Endkunden (B2C). Händler zahlen keine Grundgebühr und können jeweils zum Monatsende kündigen, abgerechnet wird nur bei erfolgreichen Bestellungen mit einer kategorieabhängigen Provision, im Möbelbereich einheitlich 12 Prozent netto. Die Provision wird auf die gesamten Einnahmen aus dem Verkauf angewandt, inklusive Produktpreis, Versand und Abwicklungsgebühren. CHECK24 übernimmt je nach Modell Produktanlage, Zahlungsabwicklung, Marketingaktionen und den Kundenservice der ersten Ebene, die Anbindung des Shops erfolgt über Schnittstellen.
TikTok Shop
TikTok Shop ist der Social-Commerce-Marktplatz von TikTok, auf dem Marken und Händler Produkte direkt in der App über Shoppable Videos, Live-Shopping und einen eigenen Shop-Tab verkaufen. In Deutschland ist der Dienst seit März 2025 aktiv und erzielte laut NIQ schon nach einem Jahr mehr als 700 Millionen Euro Jahresumsatz, in Österreich läuft der Verkauf seit 15. Juni 2026, die Händlerregistrierung war ab 1. Juni möglich. Die Ausrichtung ist international: Mit der Funktion Sell Across Europe verkaufen Händler mit einer Registrierung in alle EU-Märkte, in denen TikTok Shop verfügbar ist, und können Logistikpartner von TikTok nutzen. Das Sortiment lebt von erklärbaren, visuell starken Produkten wie Beauty, Mode, Lebensmitteln, Accessoires und Gadgets, verkauft wird an Endkunden (B2C). Creator bewerben Produkte über ein integriertes Affiliate-Programm gegen Provision. Die Registrierung ist kostenlos, eine Grundgebühr gibt es nicht. Seit 8. Jänner 2026 beträgt die Verkaufsprovision in Deutschland und vier weiteren EU-Märkten 9 Prozent (Elektronik 7 Prozent), neue Händler zahlen 60 Tage lang 4 Prozent, dazu kommt eine Zahlungsgebühr von rund 2 Prozent.
TikTok
TikTok ist die Kurzvideo-Plattform, die für Marken und Händler als Reichweitenkanal und über TikTok for Business auch als Werbeplattform dient. Laut Marktdaten nutzen in Deutschland rund 26,4 Millionen Menschen TikTok (Februar 2026), in Österreich meldet das Unternehmen mehr als 2,7 Millionen monatliche Nutzer, in der Schweiz sind es rund 2,2 Millionen. Die Ausrichtung ist international und auf Entdeckung statt Suche ausgelegt, der Algorithmus zeigt Inhalte auch Menschen, die dem Absender noch nicht folgen. Für Werbetreibende gibt es Formate wie Spark Ads, die organische Videos bewerben, und In-Feed Ads, abgerechnet wird per CPM oder CPC. Im DACH-Raum nennen Agenturen für Anfang 2026 einen CPM von 3 bis 8 Euro und einen CPC von 0,30 bis 1,50 Euro. Das Mindestbudget liegt laut Marktquellen bei 50 Euro je Kampagne und 20 Euro Tagesbudget je Anzeigengruppe. Das Sortiment ist offen, gut funktionieren visuelle, erklärbare Produkte. Adressiert werden überwiegend Endkunden (B2C), einzelne B2B-Themen lassen sich mit erklärendem Content ebenfalls bespielen. Der Verkauf direkt in der App läuft über TikTok Shop.
Facebook ist mit über 3 Milliarden monatlich aktiven Nutzern weltweit das größte soziale Netzwerk und gehört wie Instagram zum Meta-Konzern. In Deutschland nutzen es laut Statista-Auswertungen rund 21,7 Millionen Menschen, in Österreich liegt die Werbereichweite bei etwa 3,25 Millionen (Februar 2025). Für Händler und Marken ist Facebook vor allem ein Werbe- und Community-Kanal: Anzeigen werden gemeinsam mit Instagram über den Meta Ads Manager gebucht, Produktkataloge aus dem Commerce Manager speisen Katalog- und Advantage+-Kampagnen. Der direkte Checkout in Facebook Shops wurde in Österreich und mehreren EU-Ländern im August 2023 eingestellt, seit September 2025 laufen Shops mit Website-Checkout, gekauft wird also im eigenen Onlineshop. Die Ausrichtung ist international, das Sortiment offen, adressiert werden überwiegend Endkunden (B2C). Für Deutschland nennen Agenturen einen CPM von etwa 5 bis 15 Euro und einen CPC von 0,40 bis 2,00 Euro. Seit Jänner 2026 können EU-Nutzer weniger personalisierte Werbung wählen, was die Zielgenauigkeit beeinflussen kann.
Instagram ist das visuelle Netzwerk von Meta und für Marken mit starker Bildsprache, Creator-Kooperationen und Reels ein zentraler Kanal. In Österreich erreicht es laut Statista (Werbereichweite, Anfang 2025) rund 3,25 Millionen Menschen und damit mehr als ein Drittel der Bevölkerung, für Deutschland werden rund 31 Millionen Nutzer genannt. Instagram unterstützt Shopping über Produkt-Tags in Beiträgen, Reels und Stories, die Produkte stammen aus einem Katalog im Meta Commerce Manager, der sich zum Beispiel über Shopify oder WooCommerce anbinden lässt. Der Kauf wird über den Website-Checkout abgeschlossen, ein Checkout direkt in der App gibt es in der EU nicht, und Instagram Shops erlauben nur physische Produkte. Werbung läuft gemeinsam mit Facebook über den Meta Ads Manager, Reels erzielen laut Agenturen oft 15 bis 30 Prozent niedrigere CPMs als Feed-Platzierungen. Die Ausrichtung ist international, das Sortiment offen, adressiert werden überwiegend Endkunden (B2C). Die Freigabe eines Shops dauert laut Anleitungen zwischen einigen Tagen und zwei Wochen.
Pinterest ist eine visuelle Suchmaschine, auf der Menschen Ideen sammeln und Käufe planen, was sie für Sortimente wie Wohnen, Mode, Beauty, Deko und Rezepte besonders interessant macht. Weltweit hat Pinterest laut OPTIMIZE (2026) 640 Millionen monatlich aktive Nutzer, in Europa 157 Millionen. Für Deutschland werden rund 16 Millionen, für Österreich etwa 2 Millionen Nutzer genannt, die Schätzungen der Quellen weichen voneinander ab. Die Nutzerschaft ist überwiegend weiblich, adressiert werden Endkunden (B2C). Händler laden Produktkataloge per Feed hoch, daraus entstehen Produkt-Pins und Shopping Ads, das Verifizierte-Händler-Programm mit blauem Haken ist kostenlos und in Deutschland, Österreich und der Schweiz verfügbar. Der Kauf findet im eigenen Onlineshop statt, die Anbindung läuft unter anderem über Shopify. Werbung wird per Auktion abgerechnet, das Mindesttagesbudget liegt laut Ratgebern bei etwa 5 Euro, für aussagekräftige Tests werden 20 bis 50 Euro pro Tag über mindestens zwei Wochen empfohlen. Die Ausrichtung ist international, Inhalte bleiben oft monatelang auffindbar.
LinkedIn ist das größte berufliche Netzwerk der Welt mit mehr als einer Milliarde Mitgliedern, im DACH-Raum nennen Quellen je nach Stand 20 bis 25 Millionen Mitglieder. In Österreich liegt die Werbereichweite laut Statista bei rund 2,7 Millionen (Anfang 2025). Für Händler und Marken ist LinkedIn kein Verkaufsmarktplatz, sondern ein B2B-Kanal für Positionierung, Recruiting, Lead-Generierung und den Kontakt zu Einkäufern, Geschäftsführern und Entscheidern. Die Ausrichtung ist international mit Targeting nach Jobtitel, Seniorität, Branche und Unternehmensgröße. Werbung wird im Campaign Manager gebucht, technisch ist ein Tagesbudget ab 10 Euro möglich, Agenturen empfehlen für den DACH-Raum 50 bis 100 Euro pro Tag. Der durchschnittliche CPC liegt im DACH-Raum bei rund 6 bis 9 Euro, der CPM bei 25 bis 45 Euro, damit ist LinkedIn deutlich teurer als Meta oder Google. Beliebte Formate sind Lead Gen Forms, Document Ads und Thought Leader Ads, die Beiträge von Personen statt von Unternehmensseiten bewerben. Sponsored Messaging erreicht in der EU nur Mitglieder, die zugestimmt haben.
Google Ads
Google Ads ist die größte Werbeplattform für Suchanfragen und in Deutschland laut Marktberichten mit rund 90 Prozent Marktanteil in der Websuche der wichtigste Kanal für Kunden mit konkreter Kaufabsicht. Über eine Plattform lassen sich Suchanzeigen, Shopping-Anzeigen, Display, YouTube und Performance Max buchen, das automatisiert Search, Display, YouTube, Gmail und Discover bespielt. Die Ausrichtung ist international mit Länder- und Sprachtargeting, in der Schweiz braucht es wegen der drei Sprachregionen getrennte Kampagnen. Abgerechnet wird bei Suchanzeigen pro Klick, der durchschnittliche CPC liegt laut einer Auswertung für das erste Quartal 2026 in Deutschland bei 1,32 Euro, in Österreich bei 1,18 Euro und in der Schweiz bei 1,68 Franken, im E-Commerce werden oft 0,40 bis 0,60 Euro genannt. Ein Mindestbudget gibt es nicht, festgelegt wird ein Tagesbudget. Google verrechnet in Österreich seit November 2020 eine Digitalsteuer von 5 Prozent auf ausgelieferte Anzeigen. Adressiert werden Endkunden (B2C) ebenso wie Geschäftskunden (B2B), das Sortiment ist offen.
Google Merchant Center
Das Google Merchant Center ist das kostenlose Werkzeug, über das Händler Produktdaten an Google übergeben, damit ihre Produkte im Shopping-Tab, in der Google-Suche und in weiteren Google-Diensten erscheinen. Kostenlose Produkteinträge gibt es in Deutschland seit Oktober 2020, die Erstellung eines Kontos und der Upload sind gebührenfrei, Kosten entstehen nur bei bezahlten Shopping-Anzeigen über ein verknüpftes Google-Ads-Konto. Seit September 2024 ist Merchant Center Next die verbindliche Oberfläche. Die Ausrichtung ist international, Versandeinstellungen sind unter anderem für Deutschland, Österreich und die Schweiz Pflicht, und Preisvergleichsportale können in diesen Ländern Shopping-Anzeigen im Namen von Händlern schalten. Das Sortiment ist branchenübergreifend, gekauft wird auf der Website des Händlers, adressiert werden überwiegend Endkunden (B2C). Der Feed kann als CSV, XML oder TXT oder über die Content API geliefert werden, Händler mit stationärem Geschäft können Local Inventory Ads nutzen. Das Merchant Center liefert außerdem die Datenbasis für Performance Max und das YouTube Shopping-Affiliate-Programm.
YouTube
YouTube ist die größte Videoplattform der Welt und gehört zu Google. Für Händler und Marken ist sie Werbekanal, Suchmaschine für Produktrecherche und seit 3. September 2026 in Deutschland auch Verkaufskanal über das YouTube Shopping-Affiliate-Programm. Nach Angaben von YouTube haben im Juni 2026 mehr als 25 Millionen angemeldete Nutzer in Deutschland shoppingbezogene Suchanfragen gestellt. Creator taggen Produkte in Videos, Shorts und Livestreams, Zuschauer gelangen über das Tag in den Onlineshop des Händlers, der Creator erhält bei einem Kauf eine Provision, die der Händler selbst festlegt. Die Produktkataloge stammen aus dem Google Merchant Center, der Attributionszeitraum beträgt 30 Tage. Zum Start machen zehn Händler mit, darunter OTTO, Kaufland, MediaMarktSaturn und ABOUT YOU. In den Startmeldungen ist nur Deutschland genannt, für Österreich und die Schweiz wurde kein Termin genannt. Bezahlte Werbung läuft über Google Ads, auch Performance Max spielt auf YouTube aus. Adressiert werden überwiegend Endkunden (B2C), das Sortiment ist offen.
idealo
idealo ist eines der führenden Preisvergleichsportale Europas und in sechs Ländern aktiv: Deutschland, Österreich, Vereinigtes Königreich, Frankreich, Italien und Spanien. Laut Handelsverband Österreich verzeichnet idealo rund 30 Millionen Besuche pro Monat, etwa 50.000 Shops und über 330 Millionen Angebote sind gelistet. Händler übermitteln ihren Produktfeed per CSV, API oder über Partner, die Angebote werden Produkten zugeordnet und ausschließlich nach Preis gelistet, daneben zählen Bewertungen, Lieferzeit und Zahlungsarten. idealo ist heute ein reiner Traffic-Kanal nach dem Zum-Shop-Modell, den Direktkauf hat idealo Ende 2022 eingestellt, gekauft wird im eigenen Onlineshop. Abgerechnet wird per Klick, der Standard-CPC beträgt auf idealo.de 0,51 Euro für Neuverträge seit 1. April 2025 und auf idealo.at 0,36 Euro, einzelne Kategorien weichen ab. Für idealo.de gilt ein monatlicher Mindestumsatz von 20 Euro, die Registrierung ist kostenlos, die Kündigung monatlich möglich. Adressiert werden Endkunden (B2C), das Sortiment ist ein Vollsortiment, besonders stark sind Elektronik, Haushalt, Sport und Mode.
Geizhals
Geizhals ist ein 1999 in Österreich gestartetes Preisvergleichsportal, das hierzulande als eine der ersten Anlaufstellen für Preisvergleiche gilt und laut Branchenberichten im Bereich Technik und Hardware auch in Deutschland eine feste Größe ist. Das Portal gehört seit 2014 zum Heise-Verlag und wird als geizhals.at und geizhals.de betrieben, ein Ableger für Großbritannien läuft als Skinflint. Händler übermitteln ihre Produktdaten per Feed, die Angebote werden mit Preis, Versandkosten und Bewertungen verglichen und die Nutzer in den Onlineshop weitergeleitet, gekauft wird also beim Händler. Zum Angebot für Händler zählen Shoplistungen auf CPC-Basis, Kooperationen über Affiliateprogramme, Account Management und Werbeflächen, laut Marktberichten ist auch ein Pay-per-Order-Modell möglich. Aktuelle Klickpreise werden nicht öffentlich ausgewiesen, 2019 berichtete die Branchenpresse von rund 20 Cent pro Klick. Das Sortiment ist ein Vollsortiment mit Schwerpunkt Elektronik, Computer und Haushaltsgeräte, adressiert werden Endkunden (B2C).